Visuelle Analogskala (VAS)
Die Visuelle Analogskala ist eines der am häufigsten verwendeten Instrumente zur Messung von PAP, sowohl von Phantom- als auch von Stumpfschmerz. Die Patientin oder der Patient markiert einen Punkt auf einer meist 10 cm langen Linie, deren eines Ende „kein Schmerz“ und deren anderes „stärkster vorstellbarer Schmerz“ bedeutet. Der Abstand vom Linienanfang bis zur Markierung ergibt den Wert. Sie wird von den Betroffenen ausgefüllt und gibt meist den Schmerz im aktuellen Moment wieder, kann aber auch den letzten Tag, die letzte Woche oder den letzten Monat abfragen. Die VAS ist frei und ohne Genehmigung nutzbar.
Numerische Rating-Skala (NRS)
Die Numerische Rating-Skala misst PAP, indem Betroffene eine ganze Zahl zwischen 0 und 10 wählen, die ihren Schmerz am besten beschreibt; 0 bedeutet „kein Schmerz“, 10 „stärkster vorstellbarer Schmerz“. Sie wird von den Betroffenen ausgefüllt und meist für den Zeitpunkt der Erhebung verwendet; manche Versionen fragen nach dem letzten Tag, der letzten Woche oder dem letzten Monat. Die NRS ist frei und ohne Genehmigung nutzbar.
Verbale Rating-Skala (VRS)
Die Verbale Rating-Skala misst PAP, indem Betroffene ein Wort oder eine Wendung wählen, die ihren Schmerz am besten beschreibt, etwa „kein Schmerz“, „leichter Schmerz“, „mäßiger Schmerz“ oder „starker Schmerz“. Sie wird meist für den Zeitpunkt der Erhebung verwendet, kann aber auch den letzten Tag abfragen. Die VRS ist frei und ohne Genehmigung nutzbar.
Revised Iowa Pain Thermometer (RIPT)
Das Revised Iowa Pain Thermometer misst PAP mithilfe eines senkrechten, thermometerähnlichen Bildes. Betroffene bewerten ihren Schmerz auf einer Skala von „kein Schmerz“ unten über „leicht“, „mäßig“ und „stark“ bis „stärkster vorstellbarer Schmerz“ oben. Das visuelle Format soll die Bewertung verständlicher machen als reine Zahlen. Die Nutzung des RIPT erfordert eine Genehmigung der University of Iowa, die für Forschung und klinische Anwendung in der Regel kostenlos erteilt wird.
PROMIS Schmerzintensität SF-3a
Die PROMIS Pain Intensity Short Form-3a misst PAP mit drei Fragen: stärkster und durchschnittlicher Schmerz in der letzten Woche sowie aktueller Schmerz. Jede Frage wird auf einer Fünf-Punkte-Skala von „kein Schmerz“ bis „sehr stark“ bewertet. Sie wird von den Betroffenen ausgefüllt. Die Papierversion ist ohne Genehmigung frei nutzbar, die elektronische Nutzung erfordert eine Autorisierung über HealthMeasures.
Leeds Assessment of Neuropathic Symptoms and Signs (LANSS)
Das Leeds Assessment of Neuropathic Symptoms and Signs soll feststellen, ob ein Schmerz neuropathisch ist, also durch eine Schädigung des Nervensystems verursacht wird. Es kombiniert fünf Fragen zu den Schmerzqualitäten, die von den Betroffenen beantwortet werden, mit zwei kurzen klinischen Untersuchungen auf veränderte Empfindung und durch leichte Berührung ausgelösten Schmerz. Die Antworten werden zu einem Gesamtwert von maximal 24 addiert; 12 oder mehr spricht für neuropathischen Schmerz. Das LANSS kann für akademische und klinische Zwecke frei verwendet werden; kommerzielle Nutzung erfordert die Genehmigung des Verlags.
McGill-Schmerzfragebogen (MPQ)
Der McGill-Schmerzfragebogen erfasst die Qualitäten des Schmerzes und nicht nur seine Stärke. Betroffene erhalten eine lange Liste beschreibender Wörter in Kategorien und wählen jene, die ihr Erleben am besten treffen – sowohl die körperlichen Empfindungen als auch, wie unangenehm und belastend der Schmerz ist. Die gewählten Wörter ergeben einen Gesamtindex, ergänzt durch separate Angaben zur aktuellen Schmerzintensität. Er erfasst außerdem den zeitlichen Verlauf und was den Schmerz lindert oder verstärkt. Es gibt zwei Kurzversionen (SF-MPQ und SF-MPQ2). Der MPQ ist urheberrechtlich geschützt; vor der Nutzung, insbesondere für Übersetzungen oder kommerzielle Zwecke, ist eine Genehmigung des Rechteinhabers oder eines autorisierten Vertriebs einzuholen.
Neuropathic Pain Symptom Inventory (NPSI)
Das Neuropathic Pain Symptom Inventory erfasst die verschiedenen Qualitäten neuropathischer Schmerzen, also durch Schädigung des Nervensystems verursachter Schmerzen. Betroffene bewerten zehn Beschreibungen unterschiedlicher Schmerzempfindungen jeweils von 0 („kein Schmerz“) bis 10 („stärkster vorstellbarer Schmerz“). Hinzu kommen zwei Fragen zum zeitlichen Verlauf: wie lange anhaltender Spontanschmerz dauert und wie viele plötzliche Schmerzattacken am letzten Tag auftraten. Es wird von den Betroffenen ausgefüllt. Das NPSI wird über den Mapi Research Trust lizenziert; für geförderte und kommerzielle Nutzer fallen Gebühren an.
West Haven-Yale Multidimensional Pain Inventory (WHYMPI)
Das West Haven-Yale Multidimensional Pain Inventory betrachtet chronischen Schmerz in mehreren Lebensbereichen, darunter Verhalten, Emotionen und Alltagsfunktion. Der erste Teil erfasst, wie stark der Schmerz ist, wie sehr er alltägliche Aktivitäten beeinträchtigt und welche emotionale Belastung er verursacht, jeweils auf einer Sieben-Punkte-Skala, bei der höhere Werte eine höhere Intensität bedeuten. Es wird von den Betroffenen ausgefüllt. Für das WHYMPI gibt es kein weithin bekanntes Lizenzprogramm; Nutzer sollten Urheberrechts- und Genehmigungsfragen daher mit den Rechteinhabern klären, insbesondere bei kommerzieller Nutzung.
Defense and Veterans Pain Rating Scale (DVPRS)
Die Defense and Veterans Pain Rating Scale ergänzt eine einfache Bewertung von 0 bis 10 um visuelle Hinweise und Wortbeschreibungen, damit die Werte leichter verständlich und zwischen Patienten einheitlicher sind. Neben der Schmerzintensität fragt sie, wie stark der Schmerz Aktivität, Schlaf, Stimmung und Stress beeinträchtigt, jeweils von 0 bis 10; höhere Werte bedeuten mehr Schmerz bzw. stärkere Beeinträchtigung. Sie wird von den Betroffenen ausgefüllt. Die DVPRS darf ohne Genehmigung frei genutzt werden, sofern sie nicht verändert wird; der Originalname gilt nur für die unveränderte Version.
Gewichtete Schmerzverteilung (WPD)
Die Gewichtete Schmerzverteilung erfasst, wie die Schmerzintensität im Verlauf eines typischen Tages steigt und fällt. Statt einer einzigen Bewertung geben Betroffene an, welchen Anteil des Tages sie auf jeder von sechs vordefinierten Schmerzstufen verbringen. Diese Anteile werden zu einem Gesamtwert kombiniert, der sowohl Intensität als auch Dauer des Schmerzes widerspiegelt. Sie wird von den Betroffenen ausgefüllt. Die WPD ist unter einer Creative-Commons-Namensnennungslizenz frei nutzbar; es ist lediglich eine Quellenangabe erforderlich.
Brief Pain Inventory (BPI)
Das Brief Pain Inventory misst sowohl die Schmerzstärke als auch die Beeinträchtigung des Alltags. Betroffene geben an, wo der Schmerz lokalisiert ist, und bewerten seine Intensität von 0 („kein Schmerz“) bis 10 („stärkster vorstellbarer Schmerz“), getrennt für stärksten, geringsten, durchschnittlichen und aktuellen Schmerz. Sieben weitere Fragen erfassen, wie sehr der Schmerz allgemeine Aktivität, Stimmung, Gehen, Arbeit, Beziehungen zu anderen, Schlaf und Lebensfreude beeinträchtigt. Es wird von den Betroffenen ausgefüllt. Für jede Nutzung des BPI ist eine Genehmigung des Rechteinhabers erforderlich. Für nicht geförderte akademische und klinische Nutzung ist es kostenlos, für geförderte oder kommerzielle Forschung fallen Gebühren an.
PROMIS-Schmerzitems
Die PROMIS-Schmerzitems sind einzelne Fragen zu Lokalisation, Intensität, Qualität und Alltagsbeeinträchtigung durch Schmerz. Sie können einzeln verwendet oder zu einem Fragebogen kombiniert werden, der mehrere Schmerzaspekte gleichzeitig erfasst. Betroffene beantworten jede Frage auf einer Fünf-Punkte-Skala, etwa von „kein Schmerz“ bis „sehr starker Schmerz“, je nachdem, wie stark der Schmerz ist oder wie sehr er sie in einem bestimmten Zeitraum beeinträchtigt. Die Papierversion ist ohne Genehmigung frei nutzbar, die elektronische Nutzung erfordert eine Autorisierung über HealthMeasures.
Prosthesis Evaluation Questionnaire – Gruppe 2 (PEQ-G2)
Der Prosthesis Evaluation Questionnaire – Gruppe 2 ist ein Abschnitt eines umfangreicheren Fragebogens, der speziell zur Erfassung von Schmerzen bei Menschen mit Amputation der unteren Extremität entwickelt wurde. Er fragt nach Intensität, Häufigkeit und Dauer von Stumpf- und Phantomschmerz sowie danach, wie stark diese alltägliche Aktivitäten beeinträchtigen. Jede Frage wird durch eine Markierung auf einer 10 cm langen Linie von „kein Schmerz“ bis „stärkster vorstellbarer Schmerz“ beantwortet; der Abstand zur Markierung ergibt den Wert. Er wird von den Betroffenen ausgefüllt. Der PEQ-G2 darf kostenlos ohne Genehmigung verwendet werden, sofern die Prosthetics Research Study genannt wird.
Fragebogen zum Postamputationsschmerz (Q-PAP)
Der Fragebogen zum Postamputationsschmerz, früher Fragebogen zum Phantomschmerz (Q-PLP), wurde speziell zur Erfassung von Stumpf- und Phantomschmerz entwickelt. Er misst die Schmerzintensität auf einer Skala von 0 bis 10 sowie verbale Schmerzbeschreibungen, die Häufigkeit von Schmerzepisoden und die Beeinträchtigung von Alltagsaktivitäten und Schlaf. Für Phantomschmerz erfasst er zusätzlich anhand einer Körperkarte, wo der Schmerz empfunden wird, sowie die wahrgenommene Position und Bewegung des Phantomglieds und nicht schmerzhafte Phantomempfindungen. Er wird von den Betroffenen ausgefüllt. Der Q-PAP ist unter einer Creative-Commons-Namensnennungslizenz frei nutzbar; es ist lediglich eine Quellenangabe erforderlich.
